Die CDU-FDP-Gruppe hat fristgerecht beantragt, die Stelle des Ersten Stadtrates mit dem bisherigen Stelleninhaber wiederzubesetzen. Weil die Amtszeit des Wahlbeamten am 15.2.2012 endet, wird damit auf der nächsten Ratssitzung am 22.12.11 über die berufliche Zukunft von Martin Knof entschieden. „Wir haben den Antrag eingebracht, um öffentlich darüber zu diskutieren. Die Stelle für einen anderen Bewerber auszuschreiben, macht keinen Sinn“, begründete Gruppensprecher Marc Schneider.
CDU und FDP bentragen im Rat: Martin Knof soll Erster Stadtrat bleiben.
„Mit Martin Knof als Erstem Stadtrat ist die Königslutter in den letzten Jahren sehr gut gefahren. Dem Rat und dem Bürgermeister gegenüber war er stets ein loyaler und zuverlässiger Wahlbeamter. Über die Parteigrenzen hinweg und in der Bevölkerung hat er durch seinen Fleiß und sein Können Respekt, Anerkennung und Vertrauen erworben“, fügte der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Weber hinzu. Nicht zuletzt deshalb sei er auch mit lediglich 17 Stimmen Unterschied zum neuen Amtsinhaber von den Bürgern für das Amt des Bürgermeisters gewünscht worden.
Der Antrag auf Weiterbeschäftigung ist für die beiden Ratsherren nur folgerichtig. Im Beschlusstext schlagen sie dem Rat vor, gemäß §109 Abs.1 Satz 3 Nr. 1 NKomVG auf eine öffentliche Ausschreibung der Stelle zu verzichten. Denn: „Den bestmöglichen Stellenbewerber haben wir im eigenen Hause bereits beschäftigt“, so Weber weiter.
Mit Beschlussfassung über den Antrag soll Bürgermeister Alexander Hoppe gebeten werden, sein Einvernehmen dazu zu erteilen. Hier erhofft sich die CDU durchaus mehrheitliche Zustimmung, denn der Erste Stadtrat ist eine politisch sehr wertvolle Entlastung für den Hauptverwaltungsbeamten. Neben der allgemeinen Vertretung des Bürgermeisters ist die „Nummer zwei“ der Verwaltung auch federführend mit der Moderation des Haushaltssicherungskonzeptes und der Erstellung von Zielvereinbarungen zur Bedarfszuweisung des Landes betraut. Angesichts der finanziell bedrohlichen Situation werden hier existenzielle Fragestellungen für Königslutter behandelt und gelöst. „Das kann politisch gar nicht hoch genug aufgehängt werden und entspricht auch dem wichtigsten strategischen Ziel unserer Stadt: die Eigenständigkeit zu bewahren“, erläutert Andreas Weber, „auch wenn damit oft einhergeht, dass der Erste Stadtrat unpopuläre Entscheidungen vorzubereiten und zu vertreten hat“.
Gerade hierin habe Martin Knof positiv gewirkt und besondere Erfolge erzielt. So habe die Stadt Königslutter gleich zweimal hintereinander Bedarfszuweisungen des Landes erhalten und erreicht, dass der Konsolidierungskurs der Stadt durch das Land vollständig unterstützt wird. Im Jahr 2010 konnte sogar ein Haushaltsüberschuss erreicht werden. Die Zinsbelastung konnte gesenkt werden.
In den zurückliegenden insgesamt acht Jahren gehörte zu den Leistungen des Ersten Stadtrates die Einführung der doppelten Buchführung und die schwierige Integration des Bauamtes in seinen Geschäftsbereich im Rahmen einer umfassenden Umorganisation innerhalb seines Geschäftsbereichs.
Zuletzt erwarb die Stadt Königslutter großes Vertrauen zu seinen kommunalen Nachbarn durch eine verstärkte interkommunale Zusammenarbeit mit den Gründungen der Königslutter-Wolfsburg GmbH sowie der Neugründung der Stadtwerke Elm-Lappwald GmbH zur Übernahme des Stromnetzes. Dies alles geht auf den persönlichen Einsatz und die Führungsverantwortung von Martin Knof zurück.