Presse
19.05.2010, 10:44 Uhr
Frauen Union Kreisverband Helmstedt besichtigt Kaiserdom in Königslutter
Kaiserdom aus Dornröschenschlaf erwacht

 

Mit einer herzlichen Begrüßung der zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer und dem fachkundigen Referenten, Herrn Tobias Henkel, begann die Veranstaltung der Frauen Union der CDU des Landkreises Helmstedt in Königslutter.

Der Kaiserdom bzw. die Stiftskirche St. Peter und Paul und Herr Tobias Henkel von der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz sind die Stars unserer heutigen Veranstaltung, begann die erste Vorsitzende der Frauen Union Dorothea Dannehl ihre Ausführungen und es kann sich auf Grund der Größe der Gruppe nur um einen Schnupperkurs in Sachen  Kaiserdom Königslutter handeln und alle Anwesenden sind herzlich eingeladen, einen zweiten Besuch in Königslutter zu absolvieren, führte sie weiter aus. Es lohnt sich auf jeden Fall, hob die erste Vorsitzende hervor, da es auch noch andere Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen und Museen in Königslutter und Umgebung zu erleben gibt.

 

Dann übernahm Herr Tobias Henkel die Führung und die Gruppe begab sich  in den  Innenraum der Kirche. Es erklang die restaurierte Orgel, gespielt vom Stiftskirchen-Kantor Andreas Schultz, die jetzt wieder so klingt, wie sie 1895 von der Hannoveraner Firma Furtwängler und Hammer konzipiert wurde. Beeindruckend und wunderschön. Diese Restauration war nur durchführbar, weil die Kirchengemeinde einen Großteil der Kosten durch Spenden aufgebracht hat.

 

Das Bauwerk  Kaiserdom ist aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Eine Schönheitskur für 8,6 Millionen Euro und nach einer Bauzeit von fast 10 Jahren hat diese Kur in diesem Jahr ihr Ende gefunden.

Es ging bei dem Vorhaben vor allem um den Erhalt der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Malereien, die den beeindruckenden Innenraum der Kirche schmücken.

 

Für den Kaiserdom Königslutter entwarf August von Essenwein im 19. Jahrhundert ein entsprechendes Ausmalungsprogramm, das von mittelalterlichen Befunden ausging. Er schuf ein Kunstwerk, das den Innenraum zu einer Prozessionsstraße macht. Die Ausmalung führte der braunschweigische Hofdekorationsmaler Adolf Quensen aus. Dabei suchte man Anschluss an das christliche Mittelalter. Diese Ausmalung stellt sich heute wieder in ihrer ganzen Schönheit dar.

 

Ob der Begriff Dom für die Stiftskirche angemessen ist oder nicht, darüber kann man trefflich diskutieren, führte Herr Henkel aus, die meisten, aber nicht alle Dome wurden als Bischofskirche erbaut oder nachträglich zu einer erhoben. In Italien wie in Deutschland waren aber zahlreiche Dome nie Bischofskirchen. Einige der Dome ohne Bischofssitz sind oder waren Stiftskirchen.

Der Kaiserdom in Königslutter wurde in Form der Benediktiner-Abteikirche St. Peter und Paul 1135 von Kaiser Lothar III als Klosterkirche des von ihm gleichzeitig gegründeten Benediktinerklosters errichtet. Schon zwei Jahre später sollte die  Baustelle seine Grabstelle werden. Später auch für seine Gemahlin Richenza  und seinem Schwiegersohn Heinrich dem Stolzen, dem Vater von Heinrich dem Löwen.

 

In diesen Mauern verbergen sich viele Geschichten und viel Geschichte, die es noch weiter zu entdecken gilt. Mit diesen Worten bedankte sich die Vorsitzende bei Herrn Tobias Henkel um dann in das Domkaffee einzuladen, und dort den Nachmittag bei netten Gesprächen ausklingen zu lassen.

 

Die  Frühjahrsbesichtigung 2011 der Frauen Union wird in die Mühle nach Wendhausen führen.  (von Dorothea Dannehl)

 

 

 

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